Social Media Marketing — es kommt darauf an

Momentan erleben wir einen Hype um Social Media Marketing. Legt man das Ohr auf die Markeingschiene, so erweckt es den Eindruck es sei DAS Marketinginstrument schlechthin. Es wird viel empfohlen und geredet, aber auch und umgesetzt und verdient und viele Unternehmen geben viel Geld aus um auf den Zug aufzuspringen.

Ist eine Social Media Marketing für jede Marke Pflicht? Muss jedes Unternehmen twittern? …

Es kommt darauf an: Social Media ist eine Möglichkeit des Onlinemarketings zur Kommunikation mit Konsumenten im Internet mit dem Vorteil, dass man in den direkten Dialog treten kann.

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Online-Marketing ist (heutzutage) notwendiger Baustein des Marketingmixes. Social Media ist nicht neu. Mittlerweile wurden schon einige Erfolgsgeschichten geschrieben. Anbei drei Beispiele:

Blendtec – das virale Vorzeigebeispiel

Der Hersteller von Küchengeräten Blendtec erlangte immense Aufmerksamkeit in den Medien, als es ein Video auf Youtube stellte, in welchem ein iPhone (und später iPad) in den Mixer geworfen wurde. Die Videos wurden so rasant weiterempfohlen, dass mittlerweile mehr als 9 Millionen Menschen gesehen haben. Ohne Plattformen wie Youtube, Facebook oder Twitter würde heute keiner in Europa über den Küchengerätehersteller aus Utah, USA sprechen. Über klassische Medien hätte man niemals so viele Menschen erreicht. Blendtec hat ganz einfach zum richtigen Zeitpunkt das richtige Objekt zerstört: Hätte man einen Rasierer in den Mixer gesteckt, hätte man niemals so viele Views erzielt. Aber ein iPhone zu zerstören, während die ganze Onlinewelt derart Apple-affin ist, das war ausschlaggebend!

Von Erfolgsstories wie diesen angesteckt, versuchen viele Unternehmen mittels lustigen Videos Aufmerksamkeit zu generieren. Aber einen echten viralen Erfolg können die nur sehr wenige verzeichnen.

Beispiel Xbox – mit Konsumenten in den Dialog treten

Das Hilfe-Team von Microsoft’s Spielekonsole Xbox hat neben der klassischen Support-Hotline mittlerweile auch den Support über Twitter aufgebaut. Ein passender Kanal für Xbox-Nutzer, wie sich herausstellte. Denn die Gamer-Zielgruppe ist auch sehr online-affin.

Viele Menschen schreiben auf sozialen Netzwerken über negative Markenerlebnisse. Diese Aussagen/Gespräche zu finden und den Kunden wieder für die Marke zu überzeugen ist eine große Herausforderung. Microsoft’s Xbox-Team hat die Notwendigkeit erkannt, verärgerten Kunden schnell und unkompliziert zu helfen. Über Twitter konnten Sie den aktiven Support drastisch steigern. Technisch gesehen ist dies nicht kompliziert: Das Xbox Team ließ sich Tweets herausfiltern, in denen die Xbox thematisiert wurde. Sucht man zum Beispiel nach negativen Äußerungen zu einem Marke, so bietet sich die Twitter-Suche mittels Hashtags in Form und Kombination von #Marke und #fail an, da dies mitterweile die gängige Methode ist um derartige Äußerungen zu verschlagworten. In diesem Fall zum Beispiel #Xbox #fail. Geht es in einem Tweet um technische Probleme oder Fehler der Xbox, so tritt Xbox nun direkt in den Dialog mit dem Absender und bietet entsprechende Hilfe an. Zugleich wurde selbst gezwitschert, um Problemlösungen rund um die Xbox vielen Menschen zugänglich zu machen. Xbox nutzte seither Preisausschreiben als Anreiz zur Kommunikation und ist etwa 91 Stunden pro Woche aktiv im Dialog mit Konsumenten auf Twitter.

Genau dieser Dialog ist es, der für das Xbox–Team wie für die Konsumenten Gewinn bringt. Dem Konsumenten wird geholfen und das Unternehmen hat sein Ohr nah am Markt und lernt, wie es Produkte besser an Bedürfnisse des Konsumenten anpassen kann.

Auf dem Vormasch: Lingo24 – Menschen weltweit erreichen

Auch Diensleistungsanbieter wie zum Beispiel das Übersetzungsunternehmen Lingo24 haben das Social Media Potential erkannt. Lingo24 ist ein in vielen Ländern tätiges Übersetzungsunternehmen. Geschickt nutzt das Unternehmen Mitarbeiterpotentiale für länderübergreifendes Marketing. Das Internet ist grenzenlos und macht die Expansion auf neue und fremdsprachige Märkte bedeutend einfacher. Lingo24 nutzt Businessplattformen, um ein internationales Netz aus Kontakten aufzubauen, um Aufmerksamkeit zu generieren und um sich als Anbieter für professionelle Übersetzungen zu positionieren.

Der Anbieter wirbt und kontaktiert hauptsächlich auf den großen sozialen Plattformen wie LinkedIn oder XING, da deren Zielgruppen dort anzutreffen sind. Man geht dort in den Dialog und bietet letztendlich die Möglichkeit jederzeit Angebote für Übersetzungsprojekte online einzuholen oder zu bestellen. Online ist daher ein sehr wichtiger Vertriebskanal und Social Media als Onlinemarketingmaßnahme ein erstklassiges Instrument zur Kundenansprache- und gewinnung.

Fazit auf die Zielsetzung und Zielgruppen kommt es an

Diese drei Beispiele verdeutlichen:

Ja, Social Media Marketing bietet von großen B2C Markenanbietern bis hin zu mittelgroßen oder kleineren Dienstleistern im B2B viel Potential. Allerdings kommt es stets auf die Zielsetzung an. Social Media bietet sich zum Beispiel sehr zur Imagepflege an. Zum Beispiel durch das Vermitteln von Kompetenzen oder durch gekonntes Aufgreifen von negativen Äußerungen (wichtig ist dabei Social Media Monitoring). Daneben sehe ich großes Potential von Social Media als Support-Kanal (zum Beispiel via Twitter siehe Erfolgsstories wie z.B. Lufthansa’s Twitter Aktivitäten) und als PR-Instrument an.

Das Potential der Kundengewinnung dagegen ist meines Erachtens nicht so einfach zu beurteilen und hängt stets von der Branche und den den Zielgruppen ab. Man sollte sich stets vor Augen halten: Social Media ist grundsätzlich nicht Sales bietet jedoch gutes Potential zur Leadgenerierung!

Aber erneut heißt es es kommt darauf an: Und zwar auf die zielgruppengerechte Umsetzung.

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