Neulich habe ich im Gespräch mit Bekannten und Kollegen festgestellt, dass ich Wünsche meines Sprösslings während des Einkaufens selten abschlagen kann. Wie es der Zufall will, bin ich heute auf einen Artikel gestossen, welcher aufzeigt, dass es wohl vielen ähnlich geht (via oder via). Der Artikel bezieht sich auf eine Studie der Universität Wien. Erhoben wurden die Daten mittels der teilnehmenden Beobachtung, d.h. Beobachter gaben sich selbst als Einkäufer und verfolgten das Verhalten der Eltern. Interessant ist, dass viele Eltern im Nachhinein nicht bewusst war, in wievielen Fällen die Kaufentscheidungen durch die Kids beeinflusst wurden.

Kinder beeinflussen im Supermarkt subtil das Kaufverhalten der Eltern, so das Ergebnis einer Studie von Wiener Konsumentenforscher. Dabei konnten Kinder ihre Eltern bis zu zehn Spontankäufen animieren, […]. Am meisten gaben Eltern bei Spielzeug, Süßigkeiten und Obst nach, um die Kinder für die Dauer des Einkaufs zu beschäftigen.

Yes indeed! Ich kann das bestätigen. Allerdings finde ich die Aussage, dass Eltern diese Dinge kaufen, um die Kids für die Dauer des Einkaufs zu beschäftigen, auf meinen Fall nicht ganz passend. Ok das würden an dieser Stelle bestimmt fast alle Eltern sagen ;-) Mein Stammhalter ist (bis jetzt zumindest) kein Kind der Sorte Nervensäge. Unablässiges Geschrei in der Öffentlichkeit blieb mir bisher erspart. Ok, vielen Eltern ergeht es anders und versuchen daher oftmals durch diese Ablenkung das Kind in Zaum zu halten. Wenn mein Kleiner etwas haben will, dann kann ich bei Kleinigkeiten oft nicht nein sagen. Vor allem bei Spielzeug im Preisbereich von unter 10€. So ist es mittlerweile Ritual, dass ich bei ca. jedem zweiten Einkauf im Marktkauf unserer Wahl durch die Spielzeugabteilung gehe und meist mit einem weiteren Spielzeugauto Marke Hotwheels nach Hause komme. Apropos: Hotwheels, Matchbox oder Siku? Ich präferiere Matchbox oder Hotwheels. Wieso? Keine Ahnung! Hat sich echt so in meiner Einstellung von Kindesalter an eingeprägt! Aha – da haben wirs (vielleicht): Wieso kann ich z.B. in Sachen Spielzeug nichts abschlagen! Weil ich selbst drauf steh? Ja!!! Anders sah dies in meiner Kindheit aus. Das samstagliche Einkaufsritual sah es meist nicht vor unzählige uneingeplante Artikel mit in den Einkaufswagen zu schmeissen. Natürlich gab es hier und da auch mal Süßes oder etwas zum Lesen oder Spielen, die Regel sah jedoch meist so aus, dass uns beigebracht wurde, dass man nicht so einfach alles haben kann, was man gerade haben möchte. Ich finde diese Haltung eigentlich gut, denn Kinder müssen schließlich auch Verzicht lernen. Daraus resultierend freuen sich Kinder dann natürlich umso mehr, wenn sie ein Geschenk bekommen. Ich denke ich werde etwas an meinen erzieherischen Grundregeln arbeiten müssen. Irgendwann mal ;-)

Weiterhin heisst es im o.g. Artikel, dass Kinder auf alles reagieren würden und deshalb z.B. Cartoons auf Cornflakes abgebildet seien. Waaas? Und hierfür brauchten die eine Studie? Das kann dir jede Mama oder jeder Papa sagen, dass Kiddies ALLES sehen und haben wollen! Weshalb werden denn diverse Artikel auf Augenhöhe der Kinder positioniert? Wieso ist vor jeder Kasse ein Aufsteller mit Kinder-Überraschungseiern zu finden? Weshalb muss ich in manchen Kaufhäusern an Regalen voll Spielzeug vorbeigehen um zum Kassenbereich zu gelangen? Und zum Thema Cartoons auf Cornflakes-Verpackungen: Kinder sind nunmal die Zielgruppe für diese süßen Müslisorten! Selbstverständlich muss das Design Kinder ohne Umschweife ansprechen! Cartoons sind absolut passend! Wirbt die Verpackung von Kellogg`s Chocos dann auch noch mit dem in der Packung enthaltenen Laserschwert (Star Wars – The Clone Wars Edition, ja ich habs auch gekauft), dann fällt die Entscheidung nicht schwer.

<ironie_on>
Jetzt warte ich auf die nächste Studie: Wie Senioren das Kaufverhalten ihrer Kinder beeinflussen. Darin wird bestimmt aufgedeckt, dass Netzstrümpfe und Blutdruckmessgeräte von Tchibo (via) in Sachen Verpackungsdesign – z.B. große Schrift, keine Comics :-) – aus der Feststellung resultiert, dass alte Menschen nicht mehr auf alles reagieren, was ins Auge springt, und selbst wenn ein Artikel ins Auge springt, dann muss die Aufschrift angemessen groß sein.
<ironie_off>

In diesem Sinne, frohen Einkauf.

Artikel weiterempfehlen oder bookmarken:
  • Twitter
  • Facebook
  • Posterous
  • MisterWong.DE
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • LinkArena
  • Google Bookmarks
  • Wikio
  • Technorati
  • LinkedIn
  • Live
  • MySpace
  • FriendFeed
  • email
  • Print