Schaut man sich Google Reader Funktionen etwas genauer an, so zeigt sich großes Potential für Empfehlungsmarketing. Nicht zuletzt dank Google Buzz ist der Google Reader mittlerweile ein interessanter Mix aus Feed Reader und so manchen Social Media Funktionen, die wir von Twitter und facebook her kennen.

Ich muss zugeben, dass ich mich bisher gegen Feedreader gesträubt habe. Vor allem gegen diejenigen, welche man am Rechner installieren muss und man daher unterwegs nicht unbedingt zur Verfügung hat. Nachdem jedoch meine Bookmark-Listen aus allen Nähten zu platzen drohten, habe ich mich nun doch dazu entschlossen Feeds zu abonnieren. Da ich Gmail-Nutzer bin und ein Adroid Smartphone benutze, hat sich natürlich der Google Reader angeboten, von welchem ich mittlerweile mehr als begeistert bin, vor allem aufgund dessen Funktionen zum Austausch mit anderen Google Reader Nutzern.

Bis vor kurzem hatte ich den Google Reader wirklich nur zum Lesen von Artikeln verwendet. Google Reader gibt uns jedoch die Möglichkeit Artikel speziell zu markieren. Man kann sich Artikel merken, Links zu Artikel weiterversenden, Artikel in Ordner gruppieren und mit Tags versehen. Aber die in meinen Augen wichtigsten Markierungsmöglichkeiten sind “Mag ich” und “Empfehlen” bzw. “Mit Kommentar empfehlen“.

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Artikel bewerten durch dem “Mag-ich” Button:
Nachdem ich Feeds von recht bekannten Blogs abonniert hatte, fiel mir allerdings auf, dass unter dem Titel stets zu lesen ist, wieviel andere Leser diesen und jenen Artikel bevorzugen – also mit “Mag ich” markiert haben (z.B. “28 Personen bevorzugen dies.”). Einige Hundert sind dabei keine Seltenheit. Wow! Das erinnert stark an die “like”-Funktion auf facebook. Wird nun ein Artikel von vielen Lesern bevorzugt, so zollt es zum einen dem Autor Respekt für einen gelungenen Artikel und suggeriert zum anderen mir als Leser, dass der Artikel lesenswert ist. Daher nutze ich immer öfters den “Mag ich” Button.

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Klickt man nun auf die Angabe “… Personen bevorzugen dies”, so werden diese Personen aufgelistet und bei Mouse-over über einen Namen wird sogar eine Art Kurzbeschreibung samt Foto des Gmail-Users aufgezeigt, welche je nach Einstellung den Benutzernamen, Foto und mehr aufzeigt (insofern dieser ein Google Profil erstellt und öffentlich zugänglich gemacht hat). Wenn gewünscht kann man diesen Lesern folgen.

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Was nun kommt erinnert stark an Twitter:
Klickt man auf “vollständiges Profil anzeigen” sieht man zum einen natürlich die Daten die die Person auf ihrem Google Profil freigegeben hat (Über mich, weitere Web-Profile, Wohnort, etc.), zum Zweiten kann man nachlesen was die Person via Google Buzz veröffentlicht hat (insofern sie dies nutzt) und zum Dritten steht oben rechts zu lesen über wieviel sogenannte “Mitleser” diese Person verfügt (also Follower) und bei wievielen Personen diese selbst mitliest, also folgt. Für Letzeres ist Google Buzz wiederum voraus gesetzt (Google Buzz ist aber keine Voraussetzung um Personen zu folgen). Wer (wie ich mittlerweile) mittels Google Buzz Widget für Android auch von unterwegs aus das Feedback zu Empfehlungen beobachten möchte, dem sei Buzz ans Herz gelegt!

Echte Empfehlungen:
Der Clou an der Sache ist nun, dass man Artikel ja nicht nur mögen, sondern auch empfehlen kann. Und das ist aus Marketingsicht weitaus interessanter, denn durch die Funktion “Empfehlen” (oder auch “Mit Kommentar empfehlen”, mit welcher man eine Empfehlung noch mit ein paar persönlichen Worten bereichern kann) ist Empfehlungsmarketing auf einfachste Weise umzusetzen: In meinem Google Reader finde ich nun links in der Navigation die Überschrift “Personen, deren regelmäßiger Leser Sie sind”. Darunter sind nun alle Personen aufgelistet, denen ich folge. Klicke ich auf einen, so werden mir dessen Empfehlungen angezeigt. Der Übersicht halber kann man kann diese Personen sogar in Gruppen einordnen (analog Twitter-Listen).

Personen finden und folgen:
Mittlerweile folge ich nun ein paar Google Reader Usern und fast täglich kommen neue hinzu. Meist lese ich einen oder mehrere Artikel von einem Autor und folge diesem dann. Manchmal schaue ich mir auch an, wer alles außer mir einen speziellen Artikel mit “mag ich” markiert hat und folge dann auch dem ein oder anderen. Handelt es sich um einen Fachartikel, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir ähnliche Interessen haben und ich den ein oder anderen Lesetipp hierüber bekommen werde.

Über den Navigationspunkt “Browsen” gelangt man zu einer Suchfunktion. Klickt dann auf den Reiter “Suchen” um nach Feeds / Personen zu suchen. Man kann nach Keywords, Namen, Standort, Beruf, etc. suchen. Die Ergebnisliste zeigt dann zu jeder Person einen Link zur Feed-Vorschau, mit deren Hilfe man sich vergewissern kann, ob dieser auch wirklich den Stoff bietet, den man lesen möchte. Diese Funktion ist aber ausbaufähig – sag ich mal!

Empfehlungen in den eigenen Blog einbinden:
Google Reader bietet auch ein Widget für die eigene Website / das eigene Weblog an, welches die eigenen Empfehlungen auflistet. Unter dem Punkt “Freigabeeinstellungen” (zu finden unterhalb der Liste von Personen, denen man folgt) kann man einen sogenannten “Clip” erstellen. Die Konfigurationsmöglichkeiten bzgl. Layout sind leider noch etwas beschränkt.

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Fazit:
Im Moment bin ich zugegebener Maßen noch ziemlich beeindruckt von diesen Funktionen. Sicher ist, es steckt ein riesen Potential in Google Reader. Vor allem wenn die Suchfunktion noch etwas aufgebohrt wird und die Anzahl von Google Reader und auch Google Buzz Nutzern weiter ansteigt. Sicher ist:

Hat man eine große Anzahl an “Mitlesern”, so bringen Empfehlungen über Google Reader sicherlich Traffic auf das eigene Blog!

Und das genau ist die Herausforderung: Man braucht Mitleser. Ich weiss nicht ob sich hier ähnliche Verhaltensmuster wie bei Twitter entwickeln werden (folgst du mir dann folg ich dir und so ähnlich), logisch ist aber: Mitleser erhalte ich hauptsächlich durch interessante Empfehlungen und durch Austausch im Netzwerk. Ergo liegt es wieder mal an uns selbst und unserem Gespür für Interessantes und an unserer Fähigkeit selbst interessanten Content bereitzustellen. Und das ist auch gut so.

Weiterführende Infos und Tipps findet ihr im offiziellen Google Reader Blog (englisch) und Support und die FAQs findet ihr hier (auch englisch).

Welchen Feed Reader benutzt ihr? Kennt ihr weitere Feed Reader, die das Bewerten (“mag ich”) und Empfehlen ähnlich ermöglichen? Was haltet Ihr von Google Reader oder von Google Buzz?