Die deutsche Internationalmannschaft, das WIR-Gefühl und die Ausnahmen
Geschrieben von: Christian KochJul 9
Schöne WM, schöne Spiele, eine tolle deutsche multi-kulti Mannschaft gibt uns ein prima Zusammengehörigkeitsgefühl. Leider nicht allenorts.
Schlusspfiff: Die deutsche Elf verliert gegen Spanien, Lahm ist im Interview den Tränen nahe, die deutschen Fanmeilen lösen sich auf und es gibt keinen Autokorso. Nicht ganz:
Mancherorts wurde in Deutschland trotzdem gehupt und gefeiert! Die wenigsten dieser gut gelaunten waren jedoch Spanier, sondern entweder Fußballgegner, die sich freuten, dass es vorbei ist oder Deutsche (mit und ohne Migrationshintergrund), die einfach gegen die deutsche Elf waren. Schadenfreude hatte sich breitgemacht - schade. Auch so mancher aus den Nachbarstaaten ist gestern Nacht über die Grenze nach Deutschland gefahren um zu hupen und feiern, so zum Beispiel ein paar Österreicher gestern Abend in Lindau am Bodensee (meine Ecke).

Aber nicht nur gestern Nacht wurde provoziert oder schadenfroh gefeiert: Mir wurde erzählt, dass nach dem Ausscheiden der französischen Mannschafft auch deutsche Fußballfans mit Fahnen bewappnet über die französische Grenze fuhren, um dort zu feiern und Autokorsos zu starten. Da bekomm ich so einen Hals! Das ist provokant, unhöflich und respektlos und trägt nicht zu einem besseren Miteinander innerhalb Europas bei!
Ich möchte euch ein klasse Statement von einem deutsch-türkischen Freund nicht vorenthalten, welches er heute früh auf Facebook gepostet hatte – sorry für das K-Wort
Ich finde es lächerlich wie manche die Deutschen fertig machen…. die Deutsche Elf war eine deutsche “Kanacken-Elf”, die haben DEUTSCHLAND repräsentiert. Freut euch als “Kanacken” nicht für Spanien, sondern überlegt euch wo und was unsere Nation eigentlich ist?!!
Ich bin nicht traurig das Deutschland ausgeschieden ist, aber freuen für Spanien… wieso sollte ich???
Das trifft es auf den Punkt. Schadenfreude gehört zwar zum Sport wie der Ball oder das Training, andererseits sollte das aber kein Freischein zur Provokation sein.
Unsere Nationalelf ist Multi-Kulti: Jogi hat einen multikulturellen Kader, er hat Spieler mit Wurzeln in Brasilien, Spanien, Polen, Bosnien-Herzegowina, Türkei, Tunesien, Nigeria, Ghana und Russland (der Tagesspiegel nannte sie auch unsere “Internationalmannschaft“).

Und das ist gut so. Diese Elf ist nunmal ein Spiegel unserer Gesellschaft, die uns gezeigt hat, dass wir gemeinsam Großes erreichen können. Auch die ausländischen Medien (sogar die englischen) waren sehr angetan von dieser sehr jungen Mannschaft.
So, nun heißt es Daumen drücken für Platz 3 und ich widme mich wieder meinen gängigen Blog-Themen
Bitte versteht mich nicht falsch, dieser Artikel ist sowas von off-topic, aber das muss mal raus. Ich habe viele Freunde mit ausländischem Hintergrund. Fast alle konnten sich mit unserer Nationalmannschaft identifizieren – und das verbindet!
Wie seht ihr das? Denkt ihr auch, dass Sport ein gutes Mittel zu einem besseren Gemeinschaftsgefühl darstellt? Gab es bei Euch auch welche, die aus der Reihe tanzten?

















Denkst Du nicht, dass eine deutsche Mannschaft auch deutsch
sein sollte?
Ich sehe da nur Millionäre über den Platz humpeln, die sich beim
Fallen noch so drehen, dass möglichst viele Sponsoren von der
Kamera eingefangen werden und Schiedsrichter, die statt anhand
von Kamera-Wiederholungen reale Entscheidungen zu treffen aus
dem Gefühl heraus mal den einen mal den anderen übervorteilen.
Doch wenn ich so etwas sage, dann heißt es, ich sei auch so ein
Ausländerhasser & Besserwisser. Da bekommt man Sprüche
zu hören, wie “Du kannst viel reden hinterm Fernseher.”
Doch die Sache hat 2 Haken:
1.) Ich habe seit Jahren keinen TV mehr & selbst wenn läuft
da kein Fußball.
2.) Ich kann Fußball spielen.
Daher sage ich: gebt mir die Chance gegen diese “Profis” zu
spielen und stellt mir nur jemanden zur Seite der, im Gegen-
satz zu mir, aus 10m Entfernung das Tor trifft.
Würde mich nicht wundern, wenn wir 2 diese 11 schlagen.
Aber vielleicht hat sich ja soviel geändert seit dem letzten
WM-Spiel, das ich vor Jahren sah, dass meine Aussagen
inzwischen nicht mehr stimmen.
Vielleicht sind die Deutschen und Engländer ja inzwischen
auch gar nicht mehr die Fußball-Rüpel schlechthin.
Das würde mich dann allerdings wundern.
Und Anstand gibt es beim Fußball sowieso selten. Ein Spiel
ohne Foul?
Gibt es das inzwischen wieder???
Also warum sollen die Fans (leitet sich ja von Fanatiker ab)
da anders sein?
Schön wäre es schon.
Na wie auch immer. Ab morgen müsste die Fähnchen-
Konjunktur und TV-Anbrüll-Kultur ja langsam wieder
verebben.
Danke.
Danke lieber Fußball-Gott.
Danke das Du auch für Liebhaber des Sports ein Herz
hast.
Also, wer kommt nächste Woche wieder mit auf den
Bolzplatz?
Aber Vorsicht ! Da wird noch “scharf geschossen” …
Das Bild ist ja echt der Hammer: Bin mal gespann wie viele Menschen leben tatächlich indiesem Haus. Wenn man die FAnen zählt weren es um die 35!!! Ein echt schönes Bild, nicht so monoton wie sonst mit einer Flage. Sowas nenne ich das WIR Gefühl
Der Tagesspiegel hat es doch schon sehr gut formuliert mit “Internationalmannschaft“ …
Die junge Mannschaft ist einfach ein Querschnitt durch unsere heutige Gesellschaft und erfreut “einfach” sehr viele Menschen in meinem Umfeld ohne jeglichen Vorbehalt.
Vermutlich gibt es auch nichts einfacheres als Integration durch Sport.
Danke für eure Kommentare. Meiner Meinung nach sind die Zeiten vorbei in der eine Nationalmannschaft ausschließlich aus deutschen Spielern bestand. Eine Nationalmannschaft hat heutzutage – ob sie möchte oder nicht – auch eine gesellschaftliche Vorbildfunktion. Wie Jasmin geschrieben hat, sie ist ein Querschnitt unserer Gesellschaft. Und das verbindet.
In anderen Ländern, siehe Frankreich, spielen schon weit länger Spieler mit mit offensichtlicher nicht-rein-französischer Herkunft. Habt ihr gewusst, dass Nikes Özil-Schuh DER Renner bei Kindern (nicht nur türkischer Kinder) in den Geschäften war/ist?
Das besondere an unserer Elf ist aber die Kombination ‘multi-kulti’ und ‘sehr jung’. Ich glaube das trägt einiges dazu bei, dass sich ‘Ausländer’ mit Deutschland identifizieren können und dass auch Deutsche akzeptieren, dass wir mittlerweile ein buntes Volk sind – und sehen, dass das einige Potentiale ans Licht fördern kann.
Fußball an sich, und da geb ich dir Recht, ist eine überbezahlte Branche. Diese Spieler verdienen zuu viel Geld. Das ist leider so in den diversen Ligen. Aber diese junge Elf, gehört NOCH nicht zu den Yachtbesitzern
Ich gestehe auch, dass mich Fußball ansonsten recht wenig interessiert. Bundesliga ist nicht mein Ding. Aber Länderspiele sind halt doch attraktiv!
Klar – Sport verbindet! Und diese Schadenfreude -. hach ..was wäre der Sport ohne Sie? Und scheiss drauf, was gesagt, geschrieben oder was auch immer wird: Jogis bunte Truppe hat über dem Limit und den Erwartungen gespielt.!
Gruß
Seba