Schöne WM, schöne Spiele, eine tolle deutsche multi-kulti Mannschaft gibt uns ein prima Zusammengehörigkeitsgefühl. Leider nicht allenorts.

Schlusspfiff: Die deutsche Elf verliert gegen Spanien, Lahm ist im Interview den Tränen nahe, die deutschen Fanmeilen lösen sich auf und es gibt keinen Autokorso. Nicht ganz:

Mancherorts wurde in Deutschland trotzdem gehupt und gefeiert! Die wenigsten dieser gut gelaunten waren jedoch Spanier, sondern entweder Fußballgegner, die sich freuten, dass es vorbei ist oder Deutsche (mit und ohne Migrationshintergrund), die einfach gegen die deutsche Elf waren. Schadenfreude hatte sich breitgemacht - schade. Auch so mancher aus den Nachbarstaaten ist gestern Nacht über die Grenze nach Deutschland gefahren um zu hupen und feiern, so zum Beispiel ein paar Österreicher gestern Abend in Lindau am Bodensee (meine Ecke).

Aber nicht nur gestern Nacht wurde provoziert oder schadenfroh gefeiert: Mir wurde erzählt, dass nach dem Ausscheiden der französischen Mannschafft auch deutsche Fußballfans mit Fahnen bewappnet über die französische Grenze fuhren, um dort zu feiern und Autokorsos zu starten. Da bekomm ich so einen Hals! Das ist provokant, unhöflich und respektlos und trägt nicht zu einem besseren Miteinander innerhalb Europas bei!

Ich möchte euch ein klasse Statement von einem deutsch-türkischen Freund nicht vorenthalten, welches er heute früh auf Facebook gepostet hatte – sorry für das K-Wort :-D

Ich finde es lächerlich wie manche die Deutschen fertig machen…. die Deutsche Elf war eine deutsche “Kanacken-Elf”, die haben DEUTSCHLAND repräsentiert. Freut euch als “Kanacken” nicht für Spanien, sondern überlegt euch wo und was unsere Nation eigentlich ist?!!

Ich bin nicht traurig das Deutschland ausgeschieden ist, aber freuen für Spanien… wieso sollte ich???

Das trifft es auf den Punkt. Schadenfreude gehört zwar zum Sport wie der Ball oder das Training, andererseits sollte das aber kein Freischein zur Provokation sein.

Unsere Nationalelf ist Multi-Kulti: Jogi hat einen multikulturellen Kader, er hat Spieler mit Wurzeln in Brasilien, Spanien, Polen, Bosnien-Herzegowina, Türkei, Tunesien, Nigeria, Ghana und Russland (der Tagesspiegel nannte sie auch unsere “Internationalmannschaft“).

Und das ist gut so. Diese Elf ist nunmal ein Spiegel unserer Gesellschaft, die uns gezeigt hat, dass wir gemeinsam Großes erreichen können. Auch die ausländischen Medien (sogar die englischen) waren sehr angetan von dieser sehr jungen Mannschaft.

So, nun heißt es Daumen drücken für Platz 3 und ich widme mich wieder meinen gängigen Blog-Themen :-)

Bitte versteht mich nicht falsch, dieser Artikel ist sowas von off-topic, aber das muss mal raus. Ich habe viele Freunde mit ausländischem Hintergrund. Fast alle konnten sich mit unserer Nationalmannschaft identifizieren – und das verbindet!

Wie seht ihr das? Denkt ihr auch, dass Sport ein gutes Mittel zu einem besseren Gemeinschaftsgefühl darstellt? Gab es bei Euch auch welche, die aus der Reihe tanzten?

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