Ein weiterer comdirect Erfahrungsbericht, in welchem ich speziell auf das Tageslimit von Überweisungen und Barabhebungen, sowie die Verwendung der VISA-Karte eingehen möchte.

Überweisungen: Comdirect offereriert grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Überweisung:

  1. Onlineüberweisung: Der wohl gängigste Weg bei einer Direktbank. Hier gibt es bei der comdirect bank KEIN LIMIT. Dies gilt allerdings nur für Überweisungen auf inländische Drittkonten! Voraussetzung ist natürlich auch, dass das Giro bzw. das Auszahlungskonto dementsprechende Deckung aufweist. Möchte man online mehr als 12.500 Euro auf ein ausländisches Drittkonto überweisen, so muss man dies der Deutschen Bundesbank melden, was allerdings steuerrechtlichen Hintergrund hat und bei jedem Kreditinstitut so sein sollte. Auch gut zu wissen: Es ist nicht möglich online vom Tagesgeldkonto (oder vom Tagesgeld Plus Konto) direkt auf ein Drittkonto zu überweisen, d.h. man muss vorab den Betrag vom Tagesgeldkonto (mittels Tan) auf das Girokonto transferieren. Das geht allerdings ziemlich rasch. Bei mir ging das innerhalb desselben Tages.
  2. Telefonische Anweisung: Beim Überweisungsauftrag per Telefon kann man bis zu 12.500 Euro pro Tag auf auf Drittkonten oder ein anderes comdirect Konto überweisen. Überweisungen vom Tagesgeldkonto auf das Auszahlungskonto/Girokonto sind nicht limitiert.
  3. Schriftliche Zahlungsanweisung per Post oder per Fax. Laut der comdirect Website liegt hier das Tageslimit bei Überweisungen auf Drittkonten bei gerademal 250 Euro. Das ist komisch. Kürzlich hatte mir eine Dame an der comdirect Kundenhotline erklärt, dass es bei einer schriftlichen Zahlungsanforderung kein Limit gäbe. Da mir dies aber etwas riskant erscheint, denke ich, dass eher die Angaben der comdirect FAQs, also 250 Euro pro Tag, warscheinlicher ist.

Wie es sich für eine Direktbank gehört, berechnet comdirect einen “Kanalzuschlag” bei telefonischen, schriftlichen und Fax-Aufträgen.

Barauszahlung:
Mit der ec-/Maestro-Karte kann man innerhalb Deutschlands an Geldautomaten maximal 1.000 Euro pro Tag und maximal 2.000 Euro pro Woche abheben. Hier noch ein Tipp aus eigener Erfahrung: Wenn man sich für die comdirect entscheidet, sollte man vorher prüfen wie weit die nächste Filiale der Commerzbank entfernt ist (denn NUR hier kann man gebührenfrei Geld aufs comdirect Konto einzahlen) oder eine Filiale der Berliner Bank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, HypoVereinsbank oder  Postbank entfernt ist (denn nur hier kann man neben der Commerzbank auch gebührenfrei abheben). Ich wohne in der Stadt, aber ich kann mir vorstellen, dass es so manche Gegend gibt in denen keine dieser Banken in direkter Nähe ist. Ein gewaltiger Nachteil zum Beispiel gegenüber den Sparkassen, die wirklich in jedem Dorf vertreten sind. Deshalb lege ich jedem die Geldautomatensuche der Cash Group ans Herz. Achja, von Bargeldabhebungen am Automaten mittels VISA im Inland rate ich ab, da 3,0% vom Umsatz, mindestens jedoch 5,11 EUR hierfür anfallen.

Im Ausland liegt das Limit für Barabhebungen bei nur 600 Euro pro Tag bzw. entsprechend viel in der jeweiligen Landeswährung. Hier ist darauf zu achten, dass man nur mit der VISA-Karte Geld abheben kann. Ausserdem sollte man darauf achten, dass der Geldautomat das VISA-Logo aufweist, dann ist die Auszahlung sogar gebührenfrei! Ich war dieses Jahr in den USA, habe mich strikt daran gehalten und muss sagen dass ich mehr als zufrieden war: VISA-Geldautomaten hat man überall gefunden und die Bargeldabhebungen waren schon innerhalb des nächsten Tages in meinen Giro-Umsätzen online zu sehen.

Bezahlen mit der ec-/Maestro-Karte:
Ich persönlich habe die comdirect ec-Karte. Was soll ich darüber berichten? Es gab bisher noch keinen Ausfall. Die Karte hat bisher in jedem Geschäft funktioniert und ich zahle fast alle Einkäufe mit der ec-Karte. Die ec-Karte hat übrigens auch einen Geldchip, welchen man aufladen kann. Ich habe diesen nur aufgeladen, um den Parkautomaten damit zu füttern.

Bezahlen mit der VISA Karte:
Hier muss man vor allem wissen, dass die Standard VISA-Karte keine echte Kreditkarteist, sondern “nur” eine Debitkarte! Das heisst, sie funktioniert wie eine Kreditkarte, bucht den Betrag jedoch sofort vom Girokonto ab und nicht erst im Folgemonat. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist, dass das Giro beim Bezahlen mittels VISA-Karte dementsprechend gedeckt sein muss (Achtung bei Spontankäufen!). Ich jedoch sehe dies als großen Vorteil, da ich damit eine wesentlich bessere Kontrolle meiner Ausgaben habe. Wer das gerne anders hätte, der sollte sich die comdirect American Express Gold Card zulegen. Sie ist eine Charge-Karte. Die getätigten Umsätze werden gesammelt und gemeinsam (i. d. R. einmal pro Monat) fällig.

Im Ausland habe ich die VISA-Karte wesentlich öfter benutzt. Vor allem in den Staaten. Hotel und Mietwagen wurde in derselben Woche von meinem Auszahlungskonto abgebucht. Bei Mietwagen zum Beispiel sollte man daran denken, dass auch noch die Kaution als Betrag auf die VISA-Karte gebucht wird. Hier ist zum einen wie gesagt zu beachten, dass das Giro genügend Deckung aufweist und vor allem, dass das Limit der VISA-Karte im Vorfeld gegebenenfalls hochgesetzt wird, um auch alles begleichen zu können. Die comdirect Bank ermöglicht drei mögliche Erhöhungen an: Die dauerhafte, die befristete und die einmalige Erhöhung. In meinem Fall habe ich eine Woche vorab telefonisch das Limit meiner VISA-Karte für die Dauer von zwei Wochen erhöhen lassen, so dass ich beruhigt verreisen konnte.

Wer sich für noch detailliertere Informationen bzgl. Gebühren interessiert, der findet alles in diesem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Alles in allem bin ich also nach wie vor mit comdirect zufrieden. Wenn man sich an ein paar Richtlinen hält, vermeidet man viele Gebühren und kann hier sparen. Weitere Erfahrungsberichte folgen.

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