Im Netz findet sich so manche gelungene Capatain Morgan Werbung aus verschiedensten Ländern. Die Figur des Captains wird im Markenauftritt gekonnt gespielt.

Ich kenne Captain Morgan aus meiner Barkeeper-Zeit, das muss irgendwo “in dem schwarzen Loch zwischen Schule und Studium” gewesen sein. Meist wurde das Zeugs pur ohne Schnickschnack oder als B52 von denjenigen Gästen bestellt, die zwar schon Schräglage hatten, aber trotzdem der ganzen Theke beweisen mussten, dass da doch noch einiges geht. Kann aber auch sein, dass das der “overproof”, d.h. der mit 73 Umdrehungen war :-)

Und so hat sich die Marke mit dem Captain auf dem Etikett ziemlich stark in meinem Gedächtnis verankert.

Captain Morgan Werbespots.

Einige Jährchen lang ist mir Captain Morgan nicht mehr in den Sinn gekommen, und so wurde ich neugierig, als ich einen Captain Morgan Werbespot im Fernsehen sah.

Ähnlich wie bei Bier-Werbung nutzt auch die Marke Captain Morgan typische Männer-Frauen Klischees und setzt diese lustig in Szene: Die Frauen der männlichen Charaktere werden entweder als Kontroll-Freaks,  oder als Spaß-Bremsen dargestellt, weswegen die Männer stets improvisieren und tricksen müssen, um mit den Kumpels mal ordentlich feiern zu können! So wie die folgenden zwei Spots aus Kanada:


(via)

Die nachfolgende Captain Morgan Werbung ist auch lustig. Immer gut, wenn man sich auf seine Kumpels in der Stammkneipe verlassen kann:

Wer ist eigentlich dieser Captain Morgan?

Auf der Markenwebseite findet sich der historische Background zum Markennamen, und diese ist so simpel wie ich es mir bereits gedacht hatte:

1654 verließ der junge Henry Morgan sein Geburtsland Wales und machte sich auf den Weg zu den Karibischen Inseln. Er hat es nie bereut. Als geborener Anführer arbeitete er sich schnell zum Kapitän hoch und wurde als Freibeuter berühmt. Er verteidigte die britischen Interessen und machte die Karibik unsicher.

Was ist eigentlich das Getränk Captain Morgan?

Captain Morgan ist ein starker Rum aus der Karibik. Der Grundrohstoff für Rum ist eigentlich ein Nebenprodukt (sog. Melasse), welches bei der Herstellung von Zucker aus Zuckerrohr entsteht. Dies widerum destilliert, ergibt rohen Rum. Captain Morgan soll angeblich nach einem uralten Familienrezept hergestellt werden. Was in Deutschland also die hohe Tradition und Kunst des Bierbrauens ist, ist in der Karibik die Tradition der Rumherstellung.

Captain Morgan Original Spiced Gold passt (wie halt andere Rumsorten auch) gut zu Cola. Überhaupt wird Captain Morgan stets als Mixgetränk kommuniziert. Von “Captain Morgan Black Rum” hatte ich bisher noch nichts gehört. Soll wohl gut mit Ginger-Ale schmecken.

Die Marke Captain Morgan.

Die Captain Morgan Rum Company gibt es seit 1945. Die Marke gehört mittlerweile (neben bekannten Marken wie Smirnoff und Johnny Walker) dem Getränkekonzern Diageo an.

Um auf dem Fast Moving Consumer Goods Markt vorne mitspielen zu können, ist eine starke, ganzheitliche Vermarktung über alle Kanäle notwendig, bei Zielgruppen wie derer von Captain Morgan (in meinen Augen) auch sehr stark über Veranstaltungen und das Internet. Ein Sonderbericht der AGOF zum Thema “Fast Moving Consumer Goods (FMCG): Digitale werbliche Aktivitäten und Potenziale 2010 (PDF)” unterstreicht dies:

…nahezu jeder Internetnutzer hat in den vergangenen drei Monaten alkoholfreie Getränke, Bier oder andere alkoholische Getränke und Spirituosen gekauft und knapp zwei Drittel geben an, sich für diese Produkte zu interessieren.

Weiterhin heißt es:

Bereits ein Fünftel – das sind 8,76 Millionen Menschen – nutzen das Internet als Informationsmedium rund um Getränke und 2,58 Millionen Personen haben in den vergangenen 12 Monaten Getränke online gekauft.

Die globale Markenwebsite ist übrigens (bis auf die Sprache) identisch mit der deutschen Website. Was Sinn macht. Auf Facebook kann man dem Captain folgen und auf Flickr gibt es offizielle Captain Morgan Eventbilder. Der offizielle Captain Morgan Youtube Kanal lebt und wird an Kampagnen angepasst. Aber auch Markenanhänger selbst stellen eigenen Content zur Marke ins Netz, seien es Videos, Bilder oder Captain Morgan Rezepte.

Captain Morgan at Eden Roc Party

Um auf den Punkt zu kommen: Die Captain Morgan “Crew” hat es in meinen Augen geschafft, auf dem Markt wieder stärker wahrgenommen zu werden. Das Konzept basiert auf dem Charakter des Kaptäns. In allen Medien wird die Figur gespielt, man spricht davon “an Bord zu kommen” oder beim Captain “anzuheuern”. Der Markenauftritt passt. Die Werbung ist zielgruppengerecht: Starker Rum ist was für Männer! Männer die zusammenhalten, ein gutes alkoholisches Getränk schätzen (und vertragen) und “einer Lady auch gerne die Tür aufhalten”.

Bei mir wirkt die Captain Morgan Werbung. Ich sehe mich schon an der Bar den schwarzen Captain mit Ginger-Ale bestellen, quasi als Feldtest ;-)

Ahoj ihr Landratten!