Begriffserklärung: Was ist eigentlich eine Markendehnung

Hier erfahrt ihr, was unter einer Markendehung zu verstehen ist, welches Ziel eine Markendehung hat und was die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Markendehnung  laut einschlägiger Literatur und abschließend stark vereinfacht in eigenen Worten ist.

Ich hab mich vor zwei Jahren etwas tiefer damit beschäftigt und einiges darüber zusammengefasst und abgelegt. Hier ein kleiner Auszug.

Aus dem Lehrbuch: Definition und Ziel einer Markendehnung:

Unter einer Markendehnung wird der Prozess verstanden, bei welchem gezielt die Werte einer etablierten Marke für neue Produkte durch Verwendung eines gemeinsamen Namens genutzt wird. Ziel der Markendehnung ist es, die bereits aufgebauten positiven Assoziationen und Vorstellungen beim Konsumenten zu nutzen und die damit verbundenen Präferenzen in neuen Produkten zu kapitalisieren. Es wird versucht, einen positiven Imagetransfer einer Marke auf eine neue Marke zu erwirken.

Die Dehnung einer Marke bietet sich besonders an, wenn die Positionierung einer vorhandenen Marke die Ansprache bestimmter Kundensegmente nicht zulässt. Ein weiterer großer Vorteil der Markendehnung im Vergleich zur Einführung von Neumarken liegt in der Relation von Werbekosten zu Verkaufseinheiten (siehe Strategie und Technik der Markenführung von Franz-Rudolf Esch, Ausgabe 2004, Seiten 269 und 283).

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Markendehnung:

Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der Implementierung ist, dass das neue Produkt auch zur Stammmarke passt (siehe Marketing: Eine managementorientierte Einführung von Esch, Herrmann, Sattler, Ausgabe 2006, Seite 208) . Denn je weiter man sich von den Kern-kompetenzen entfernt, desto höher ist das Risiko, dass die Markenwerte der Stammmarke nicht mehr auf die neuen Produkte übertragbar sind. In dem Fall würde die neue Marke keine „Starthilfe“ durch Bekanntheit und Vertrauen der alten Marke erleben. Angestrebte Synergien würden letztendlich ausbleiben.

Ebenso ist darauf zu achten, dass Unternehmen nicht übereilt und zu viele Marken dehnen, denn hierdurch entsteht die Gefahr, dass durch den zu schnell ansteigenden Diversifikationsgrad des Unternehmens die Images der gedehnten Marken verwässern und schädigen. Eine starke Verwässerung des Images der Stammmarke kann somit auch den Kern-produkten negative Assoziationen hinzufügen und somit dem Unternehmen nachhaltigen Schaden zufügen.

Ein weitere Vorsaussetzung für eine erfolgreiche Markenerweiterung liegt darin, dass die Stammmarke stark genug sein muss. Wenn sie eine zu geringe Markenbekanntheit und ein zu schwaches Image aufweist, ist es auch nicht möglich, klare Gedächtnisinhalte auf das Erweiterungsprodukt zu übertragen.

Die vierte Voraussetzung besteht darin, dass man die Synergieeffekte falsch einschätzt bzw. überschätzt und dadurch ein Defizit in der Kommunikation zur erfolgreichen Bewerbung der neuen Marke eintritt.

Das Transferpotential einer Marke ist umso größer ist, je näher die Marke bzw. die ursprüngliche Produktkategorie und die Erweiterungsproduktkategorie in technologischen und emotionalen Wahrnehmungsräumen beieinander liegen.

So, was heißt das auf deutsch:

Ich bin jetzt mal der Ronald Mc Donald 😉 und hab die Marke Mc Donalds (Marke A im Bild). In meine Läden kommt die verschiedenste Klientel, alle wollen Junk Food was schmeckt und schnell auf dem Tisch ist. Nun möchte ich aber auch die Leute ansprechen, die einen guten Latte Macchiato, lecker Kuchen , Brownie, Triple-Choc-Cookie o.ä. zu schätzen wissen und sich gerne mal ne Stunde in ein Cafè setzen. Die Marke Mc Donalds assozieren Konsumenten allerdings nicht mit gemütlich oder lecker Kuchen.

Eine neue Marke muss her: McCafé (Marke AB). Die Voraussetzungen für die Dehnung der Marke McDonalds in Richtung Café sind gut: Die Marke hat eine extrem hohe Bekanntheit, die neuen Produkte sind von den alten nicht weit entfernt. Die Herkunft der Marke ist durch das Mc und das Logo offensichtlich und so erhoffe ich mir, dass Frau Meier und Ihre Freundinnen die positiven Eigenschaften, die sie mit Mc Donalds verbinden auch mit der neuen Marke verbinden (Good-Will). Langfristig widerum erhoffe ich mir, dass die neue, junge Marke positiv auf die alte Marke abstrahlt, sie etwas revitalisiert, und nun auch Kunden anspricht, die bisher vielleicht weniger meine Burgerbuden besucht haben.

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